Fast Jeder kennt es. „Pass auf ist glatt“, heißt es sobald man mit dem Fahhrad, Rolator oder zu Fuß über Kopfsteinpflaster läuft. Für dieses Problem wurde in Münster eine neue Methode getestet. Das sogenannte „Pesicion Grinding“.
Was ist überhaupt störend an Kopfsteinpflaster?
Kopfsteinpflaster wurde vor allem im 19. Jahrhundert verbaut, bevor Asphalt diese Straßenbautechnik im 20. Jahrhundert ablöste.
Oft sieht man noch viele solcher Straßen in historischen Altstädten. Münster ist ein sehr bekanntes Beispiel hierfür. Aufgrund des hohen Fahrradverkehrs in Münster werden die Probleme von Kopfsteinpflaster hier besonders deutlich.
Dazu gehören unebene Fahrbahnen, rutschige Oberflächen und Fugen, die mit der Zeit so groß geworden sind, dass sich ein Rennradreifen darin verfangen kann. Besonders die rutschige Oberfläche ist ein enormes Problem, da viele Radfahrer stürzen.
Die Lösung ist „Presision Grinding“
Beim „Precision Grinding“ wird der Stein gleichmäßig abgetragen und mit kleinen, feinen Rillen versehen. Geschliffen wird mit mehreren diamantbesetzten Schleifwalzen, die den Stein 2–2,5 cm abtragen und so die Straße ebnen.
Die Rillen werden für den Grip in den Stein geschliffen. Nun kann man auch bei Nässe ohne Einschränkungen mit dem Fahrrad über diese Kopfsteinpflasterstraße fahren. Aber das ist noch nicht alles: Laut Untersuchungen des Fräsdienstes sinken auch die Abrollgeräusche nach dem Schleifen der Steine.
Warum nicht einfach Asphaltieren?
Viele würden sagen, dass man das Kopfsteinpflaster einfach durch Asphalt ersetzen kann. Das ist zwar richtig, aber die Maßnahme wäre teurer als das Schleifen. Hinzu kommt das Thema Entwässerung. Bei Kopfsteinpflaster versickert das Wasser in den Fugen. Das hat den Vorteil, dass die umliegende Flora bewässert wird und der Boden gekühlt wird. Wenn man die Straße jetzt asphaltiert, wird ein aufwendiges Abwassersystem notwendig. Dieses Abwassersystem muss nicht nur gebaut, sondern auch unterhalten werden, was ebenfalls Kosten verursacht. Neben den Kosten gibt es aber noch einen weiteren entscheidenden Faktor. Der Charakter der Altstadt wird durch das Asphaltieren nicht gestört oder gar zerstört. Der geliebte Altbau-Charme bleibt bestehen, da sich Fugenbild und Material nicht verändern.
Quellen: ZDFheute, Stadt Münster
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